Pinselherstellung

Die Herstellung eines hochwertigen Pinsels beginnt schon mit der Auswahl des Haares. Je nach Verwendungszweck und Anforderung an den Pinsel muss das geeignetste Material ausgewählt werden. Dabei müssen verschiedenste Eigenschaften berücksichtigt werden, wie z.B. die Saugfähigkeit und Elastizität, aber auch Widerstandsfähigkeit oder Weichheit eines Haares.

Das Haar wird von sog. "Haarzurichtern" bezogen. Es wird in unterschiedlichen Längen gebündelt angeliefert.

Die benötigte Haarmenge für einen Pinsel wird "abgeteilt" und gewogen.

Anschließend wird das Haarbündel mit den Spitzen voran in eine "Büchse" eingeführt und in Form gestossen. Oft sind mehrere Arbeitsgänge mit unterschiedlichen Büchsen nötig, bis das Haarbündel die richtige Form hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Haarbündel wird danach sehr oft mit
einem Bindfaden fixiert, damit sich die
Haare nicht mehr verschieben können.


 

Der heikelste Abschnitt der Pinselherstellung ist das Einführen des Haarbündels in die Zwinge und das herausziehen des Haares and der gegenüberliegenden Seite der Zwinge.

Das Haar wird dabei meist mit den Spitzen nach vorne von hinten in die Zwinge geschoben.



Anschließend wird das Haarbündel in der Zwinge nach vorne gestoßen, bis die Pinselspitze in der vorderen Zwingenöffnung erscheint und auf die gewünschte Länge herausgezogen.

Die Länge wird nun kontrolliert. Eine Korrektur ist bei den meisten Pinseln nur möglich, wenn das Haar zu wenig herausgezogen wurde. Wird es zu weit herausgezogen, muss meist von vorne begonnen werden.

Das Haar muss nun noch mit Klebstoff in der Zwinge fixiert werden. Dazu wird ein spezieller Klebstoff von hinten aufgegossen.

Nachdem der "Kitt" ausgehärtet ist, müssen die Pinsel "ausgeputzt" werden. Dabei werden überstehende oder in der falschen Richtung liegende Haare sorgfältig ausgezupft und lose Haare ausgekämmt.
Dieser Arbeitsschritt wird nur von sehr erfahrenen und zuverlässigen Pinselmachern erledigt. Unregelmäßig geformte oder von den Vorgaben abweichende Pinselköpfe werden hier bereits aussortiert.

Nun ist der "Pinselkopf" fertig. Diese Pinselköpfe werden nun auf die Stiele gesteckt und gepresst.

Im letzten Arbeitsschritt werden die Pinsel "gespitzt" und Schutzkappen aufgesetzt. Beim spitzen wird das Haar mittels Gummi Arabicum oder Stärke in der Form fixiert, die das Haar im nassen Zustand hat.

 

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